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Plastikfolie

Kritik an Bienenwachstüchern

Kritik an Bienenwachstüchern

Die Stiftung Warentest hat einen kurzen Text zum Thema Bienenwachstücher veröffentlicht. Dort hat das Bundesinstitut für Risikobewertung zu bedenken gegeben, dass die Imprägnierhilfen von Bienenwachstüchern auf die Speisen übergehen könnten. Deshalb titelt man nun „Bienenwachstücher sind keine Lösung“. Wir halten dieses Urteil für falsch und möchten die Argumente der Stiftung Warentest hier näher unter die Lupe nehmen.

Es werden vier Hauptargumente gegen Bienenwachstücher ins Feld gebracht:

  1. Im Bienenwachs können Pestizide, Schadstoffe und Paraffine enthalten sein
  2. Ölige Speisen lösen Bienenwachs und somit können Schadstoffe auf Speisen übergehen
  3. Jojoba-Öl solle nicht verwendet werden
  4. Die Reinigung der Tücher

Wir nehmen dazu folgendermaßen Stellung:

Ad1) Es stimmt, dass man den Flug der Bienen nicht 100%ig kontrollieren kann. Es gibt auch einige, wenige Imker, die ihre Bienenvölker übermäßig mit Pestiziden besprühen. Natürlich unterstützen wir eine artgerechte Haltung von Bienen, die ohne den Einsatz von Pestiziden auskommt. Wir lassen 100% unserer Wachschargen auf Pestizide, Varroazide, Schadstoffe und Paraffine überprüfen und können somit einerseits eine Belastung unserer Bienenwachstücher durch Schadstoffe ausschließen, andererseits werden so die schwarzen Schafe unter den Imkern ausgesiebt.

Ad2) Es stimmt, dass fettige (ölige) Speisen den Übergang von Wachs auf die eingepackten Speisen erleichtern. Wir haben in unseren neuen Verpackungen einen Hinweis aufgenommen, dass ölige Speisen genau diesen Effekt haben können. Wenn keine Schadstoffe im Wachs enthalten sind, ist auch ein leichter Übergang weniger kritisch, als wenn ein mit Plastikfolie eingepacktes Lebensmittel in die Sonne gestellt wird. Ein unabhängiges Labor hat bestätigt, dass die Migration unserer beeskin entsprechend des Artikel 16 der Europäischen Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 eingehalten wird.

Ad3) Wir haben uns lange mit der Frage beschäftigt, welches Öl wir für unsere Tücher verwenden. Das Öl macht die Tücher geschmeidiger, länger haltbar und verhindert ein Aufplatzen des Wachses bei Temperaturschwankungen. Wir haben uns für Jojoba-Öl entschieden, weil

  • es nicht über den Ozean verschifft werden muss
  • es ein Wachs ist und kein Öl und somit nicht ranzig wird
  • es kalt gepresst wird und somit keine Zusatzstoffe zur Extraktion benötigt
  • an der Pflanze bei der Extraktion kein Schaden entsteht, weil die Früchte gepflückt und die Samen anschließend gepresst werden
  • es keinen Fettfilm hinterlässt, sondern Vitamin A, B und E enthält. Vitamin E ist ein natürlicher Konservierungsstoff
  • es antibakterielle und antimykotische  Wirkung hat

Das BfR hat 2007 festgestellt, dass Jojoba-Samen nicht für den Verzehr geeignet sind. Dem im Jojoba-Öl enthaltenen Simmondsin wird eine appetithemmende Eigenschaft nachgesagt. Es gibt Studien, die besagen, dass bei einer Futterbeimischung von 10% Jojoba-Samen bei Ratten eine Gewichtsreduktion stattgefunden hat (https://books.google.de/books?id=YW-ZbQnWQYsC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q=jojoba&f=false). Es gibt auch neuere Studien, in denen Jojoba-Samen als Appetithemmer positiv bewertet werden. Es gibt in den USA mehrere angemeldete und patentierte Medikamente mit Simmondsin als Inhaltsstoff.

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Unsere Tücher enthalten im Durchschnitt 15g einer Mischung aus Bienenwachs, Harz und Jojoba-Öl. Das Jojoba-Öl macht ca. 2% dieser Mischung aus. In Jojoba-Samen sind wiederum ca. 2% Simmondsin enthalten (Quelle s.o.) D.h. in einem durchschnittlichen Tuch sind dementsprechend 0,006g Simmondsin enthalten. Wenn eine appetithemmende Eigenschaft bei ca. 0,1% Beimischung im Essen anfängt (https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/jojobasamen_sind_nicht_fuer_den_verzehr_geeignet.pdf), müsste ein Mensch ca. 1g Simmondsin am Tag essen, um diesen Effekt zu erreichen. D.h. er müsste ca. 166 Bienenwachstücher täglich komplett essen, damit ein Abnehmeffekt eintritt und ca. 50.000 für eine tödliche Dosis. Wenn man bedenkt, dass 150 Tassen Kaffee auch tödlich sind, kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden. https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kaffee-zu-viel-koffein-schadet-der-gesundheit-a-892052.html

Viele Produkte enthalten Jojoba-Öl. Labello (https://www.labello.de/) wirbt mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Jojoba-Öl und bisher gab es unseres Wissens noch keine Todesfälle durch Labello Lippenpflege. Sole Zahncreme von Weleda enthält Jojoba-Öl, auch hier halten wir die Gefahr der Aufnahme durch den Menschen für weitaus höher, als bei Bienenwachstüchern.

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Ad4) Es wird zuzüglich bemängelt, dass sich die Tücher nur ungenügend reinigen lassen. Wir empfehlen eine normale Reinigung mit etwas Spülmittel und kaltem oder lauwarmen Wasser. Für stark verschmutzte Tücher kann das Tuch auch mit Essigreiniger desinfiziert werden oder in den Ofen gelegt werden bei 100 Grad.

Und warum nehmen wir nicht einfach Kokos-Öl?

Kokos-Öl wird zu 90% auf den Philippinen, in Indonesien oder Indien hergestellt. Früher produzierten Kleinbauern dieses Öl. Es wird mittlerweile als Ersatz für Palmöl verwendet und deshalb in großen Plantagen angebaut, für die Regenwälder abgeholzt werden. Es hat einen sehr hohen Anteil an ungesunden gesättigten Fettsäuren, schlimmer als Schweineschmalz, Butter und Palmöl und erhöht das Risiko für Herzinfarkt (https://newsroom.heart.org/news/replacing-saturated-fat-with-healthier-fat-may-lower-cholesterol-as-well-as-drugs-in-context-of-a-healthy-diet). Es wird schneller ranzig als Jojoba-Öl. Die Kritikpunkte an der Kokos-Öl Produktion ähneln der Palmöl-Produktion: https://www.regenwald.org/themen/palmoel/kokosoel-keine-alternative-zu-palmoel#start. Ein kompletter Umstieg würde laut Studie des WWF über 308 Mio. Tonnen zusätzlichen CO2-Ausstoß bedeuten http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Studie_Auf_der_OElspur.pdf

 

2 thoughts on “Kritik an Bienenwachstüchern”

  1. Danke für die detaillierte Auseinandersetzung mit dem test-Urteil, das hat mir als Verbraucherin sehr geholfen! Ich bin gespannt, ob Stiftung Warentest daraufhin nun noch einmal etwas detaillierteres zu ihrem Urteil berichten.

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